Zweidimensionales: Zeichnungen, Illustrationen und Fotos von Martina Büttner.
Gerade im zweidimensionalen Bereich reizt es mich immer wieder, diese Dimension infrage zu stellen, sowohl in die eine wie in die andere Richtung: Lug und Trug oder die „gefühlte Wahrheit“. Schwarz-weiße Illustrationen ohne Licht und Schatten, die nur noch aus Linie bestehen, fordern den Betrachter heraus, diese mit seiner Phantasie zu ergänzen, um ihre Räumlichkeit zu ergründen. Die Frage von Licht und Bildkomposition dagegen dient in meiner Fotografie dazu, das Flache aufzubrechen und den Raum erlebbar zu machen. Und die Malerei, sie wirkt aus großem Abstand wie eine sehr plastische, täuschend realistische Fotografie und gibt erst in der Annäherung ihr Geheimnis vom groben Pinselstrich bis zum durchscheinenden weißen Untergrund preis.
Inspiration: Räume.
Serie „Urban views“, Fotografie: Hafen Kopenhagen, 2017
Weit angelegte Räume, menschenlos oder in denen sich der Mensch verliert und dennoch präsent ist; ob Naturraum oder urbane Landschaften, in beiden Fällen interessiert mich die die An- und Abwesenheit des Menschen, und die Entdeckung multipler Dimensionen.
Bei diesen Fotoaufnahmen finden Begegnungen mit Fülle und Leere, mit Landschaft und Figur, mit Ordnung und Unordnung statt, die einen großen Einfluss auf meine Arbeiten von Bühne und Raum haben.
Obsession: Sprache.
Serie „Tagebücher“ – Illustrationen Öl auf Papier, 2010
In den „Tagebuch“-Arbeiten stehen Puppen als Erzählerinnen im Vordergrund. Sie sind umgeben von Worten, Substantiven, Adjektiven und Verben, sowohl auf Deutsch als auch auf Französisch. Mehrsprachigkeit konfrontiert damit, dass die einzelne Sprache viel spezifischer Kultur und Geschichte ausdrückt, als man vielleicht vermuten würde. In einer multikulturellen und mehrsprachigen Gesellschaft führt das zwar auch zur Verwirrung, ist aber insgesamt eine Bereicherung, und zwar im Miteinander wie im Selbstverständnis.
Es gibt immer eine Sprache, die besser zu dem passt, was man sagen möchte. In einer Sprache sagt man nichts genauso wie in einer anderen, und auch der Ton der Stimme, die Bewegungen des Mundes und der Zunge passen sich an. Sprache wird zum Ausdruck einer kulturell und geschichtlich geprägten Lebenshaltung, die sich selbst eigen und gar nicht übersetzbar ist. Auf diesen Bildern befindet sich die Gegenüberstellung von Worten in beiden Sprachen; und je nach gewähltem Wort und Sprache, geben sie den dort dargestellten Puppen ihre Geschichte und ihre Situation.